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Wir wohnen auf dem Land und das soll auch in Zukunft so bleiben

Ortschefs auf dem Holzweg.

Jeder kann es sehen. Gemeinden im Tullnerfeld übertreffen sich gegenseitig an den ungeeignetsten Stellen mit Wohnsilos oder Teppichsiedlungen. Regelmäßig konzeptlos, auf Kosten unseres Lebensraumes, wird die Verstädterung massiv vorangetrieben.  Rücksicht auf die Bedürfnisse der bereits ansässigen Bevölkerung wird dabei nicht genommen. Hauptsache die  Bevölkerungsstatistik stimmt. Der daraus resultierende zusätzlichen Verkehr benötigt den Bau neuer Straßen und sonstiger teurer Infrastruktur. Das muss uns doch bei so einem herzerwärmenden Anblick viel Wert sein.

Im Beitragsbild ein klassischer Anblick einer Ortseinfahrt im Tullnerfeld, 2016.

Die Folge daraus ist sehr häufig der Verlust eigenständiger finanzieller Gestaltungsmöglichkeiten der Gemeinden. Es ist naiv und falsch zu glauben, knappe Gemeindekassen durch wiederum staatlich geförderten Bevölkerungszuwachs in den Griff bekommen zu können. Das funktioniert keinesfalls im ländlichen Raum. Da steigen die Zusatzkosten zunächst auf lange Zeit progressiv an. Der Teufelskreis schließt sich immer wieder. Neue Schulden für Schulen, Kindergärten, Veranstaltungsräume, öffentlichen Verkehr und vieles mehr müssen neu geschaffen, ausgebaut und erhalten werden. Jedoch für einen verhältnismäßig geringen Bevölkerungszuwachs. Neuentstandene Umweltbelastungen finden ihre massive Fortsetzung in der jährlich größer werdenden Völkerwanderung von und zum Arbeitsplatz in die Städte.

Dieses System hat einen eklatanten Geburtsfehler. Die Wohnbaugenossenschaften treten den Bürgermeistern die Türen der Gemeindeämter ein. Sie feilschen um billige Ackergründe unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit. Aber letztendlich lassen wir uns von ihnen, staatlich gefördert, unseren ländlichen Lebensraum sowie die Umwelt zerstören.

Viele Gemeinden haben bereits ihre ländlichen Strukturen verloren, Ortsteile, ja sogar Ortschaften wachsen zusammen. Notwendige, aber vor allem erträgliche Verkehrsprojekte werden dadurch zur politischen Kriegszone. Weil kaum mehr, wie in Königstetten zu sehen, im Konsens zu planen ist.

Wir, die LISTE „aktiv“ in Zeiselmauer- Wolfpassing wollen diesen Pfad nicht beschreiten. Das können wir nicht alleine. Da brauchen wir kräftige Unterstützung durch die Bevölkerung.

Wir fordern die im Gemeinderat vertretenen Fraktionen nochmals auf, ein ausgewogenes, vernünftiges und vor allen zukunftstaugliches  Raumordnungskonzept für unseren  Lebensraum zu beschließen.